Lederprodukte: Echtleder vs. Kunstleder – Erkennen Sie den Unterschied

In unserem Alltag findet sich Leder als Material der verschiedensten Gegenstände wieder. Aus Leder gefertigt werden Möbel, wie Sofas und Sessel, Kleidung, dabei vor allem Jacken und Accessoires von Taschen über Gürtel bis hin zum Handyzubehör. Jedoch unterscheiden sich die verwendeten Lederarbeiten dabei sehr. Der Bezeichnung „Leder“ ist ein Sammelbegriff für Materialien, die aus bearbeiteter Tierhaut gefertigt und im Fertigungsprozess zu verschiedenen Leder-Warengütern verarbeitet werden. Da der Echtleder Preis verglichen mit anderen Materialien höher ausfallen kann, gibt es nunmehr Alternativen künstliches Leder herzustellen. Dieses sogenannte Kunstleder lässt sich dabei auf den ersten Blick meist kaum noch von echtem Leder unterscheiden. Bei der Kunstleder-Produktion wird sehr darauf geachtet, Leder detailgetreu nachzubilden. Dennoch gibt es ein paar feine Unterschiede, die wir Ihnen nachstehend aufzeigen werden.

Die zwei grundsätzlichen Leder-Varianten

Bei der Herstellung wird das Leder in zwei wesentliche Varianten unterschieden, welche sich grundsätzlich in ihrer Oberflächenstruktur unterscheiden:

  • Das Glatt-Leder
  • Das Rau-Leder

Während Glattleder eine sehr glatte Oberfläche besitzt, ist die des Rauleders angeschliffen und aufgeraut. Letzteres wird daher umgangssprachlich auch als Wildleder bezeichnet. Trotzdem lässt sich zumeist im Glattleder noch die Hautstruktur des Tieres erkennen, was es leicht narbig machen kann. Im Vergleich ist Rau Leder empfindlicher und aufwendiger zu pflegen als glattes Leder. Des Weiteren kann man es durch Färbungen und Wachsüberzüge variieren, weiter veredeln und schließlich die verschiedensten Versionen eines Produktes schaffen.

Von der Leder-Herstellung zum Produkt

Bei der Leder Herstellung wird eine bestimmte Hautschicht des Tieres verwendet und von allen Überresten gefiltert. Anschließend wird das Leder gegerbt und somit haltbar gemacht. Während echtes Leder aus Tierhäuten hergestellt wird, sind Kunststoffe die Basis für alle Kunstleder-Produkte. Dabei wird entweder PVC, Polyurethan oder Polyester verwendet. Anschließend erhalten sie eine spezielle Prägung, die die originale Lederoptik imitiert. Wenn Sie aus ethischen Gründen gegen die Verwendung von echtem Leder sind, zeigt sich Kunstleder als bewährte Alternative. Da echtes Leder hauptsächlich aus Häuten von Rindern, Schweinen, Schafen und Ziegen hergestellt wird, bleibt es als Abfallprodukt der Lebensmittelindustrie übrig und wird somit sinnvoll weiterverwendet.

Eigenschaften von Leder und Kunstleder im Vergleich

Echtes Leder zeichnet sich durch seine besondere Reißfestigkeit aus. Diese Eigenschaft macht das Leder robust gegen äußere Einflüsse. Zudem ist es dennoch dehnbar, atmungsaktiv und überwiegend wasserabweisend. Eigenschaften, die eben Haut mit sich bringt. Dafür muss Leder mit einer regelmäßigen und speziellen Lederpflege haltbar gemacht werden, was bei Kunstleder eher weniger notwendig ist. Die Textur des Leders dagegen ist zumeist sehr weich, weshalb dessen Textur als angenehmer beschrieben wird als die des Lederimitats. Kunstleder ist auf Grund seiner Zusammensetzung nicht atmungsaktiv und deutlich weniger wasserdurchlässig. Das macht es jedoch witterungsbeständig, wodurch das Material in dieser Hinsicht dem echten Leder überlegen ist. Auch kann sich die Haptik des Kunstleders von der des Echtleders unterscheiden. Dabei kommt es auch ein wenig darauf an, in welcher Preisklasse sich das Kunstleder selbst befindet. Das Echtleder-Gefühl bekommt man meist erst dann, wenn man bereit ist, mehr auszugeben.

Die richtige Lederpflege für Leder und Kunstleder

Bei Echtleder-Produkten ist es oftmals notwendig, mit einer speziellen Pflege dem Alterungsprozess entgegen zu wirken. Dabei benötigt echtes Leder grundsätzlich mehr Pflege als Kunstleder. Bei Lederimitaten ist eine gesonderte Pflege oftmals nicht notwendig. Dabei ist es empfehlenswert das Leder vor dem ersten Gebrauch zu imprägnieren – je nachdem ob das gute Stück der Witterung ausgesetzt sein wird oder nicht. Bei Lederjacken wird daher eine Imprägnierung empfohlen.

Im Einzelhandel und auch in einer Vielzahl von Online-Shops werden umfangreiche Produktsortimente an Lederpflegemitteln angeboten. Bei der Auswahl sollten sie grundsätzlich darauf achten, dass das Leder nachhaltig gefettet wird. Zudem können Sie auf spezielle Fette, Öle und Wachse zurückgreifen. Die Auswahl ist dabei derart riesig, dass es für jede Leder-Besonderheit und -Ausführung ein geeignetes und speziell zugeschnittenes Pflegemittel gibt. Lassen Sie sich daher am besten noch einmal persönlich genau beraten, um das beste Pflegeergebnis für Ihr Leder-Produkt zu erzielen.

Echtes Leder von künstlichem Leder unterscheiden

Echtes Leder erkennen Sie vor allem am charakteristischen Geruch und einem typisch weichen Leder-Gefühl. Kunstleder hingegen kann einen eher künstlichen Geruch nach Kunststoff verströmen, auch wenn zur Herstellung von Kunstleder teilweise spezielle Aromen verwendet werden, die dem Kunstleder den typischen Geruch verleihen sollen. Die Narbung des Kunstleders ist zudem gleichmäßiger als die des echten Leders, da die Oberfläche maschinell geprägt wird. Es gibt eine Vielzahl von Bezeichnungen für das unechte Leder, wie Textilleder, Bycast-Leder, Pleather und Veganes Leder, die den Anschein erwecken sollen es handle sich um ein Echtleder-Produkt.

Leder Reinigung zur Beseitigung von Alltagsspuren

Wenn Leder einmal verschmutzt ist und somit gereinigt werden muss, sollte man mit Vorsicht an die Beseitigung gehen. Manchmal reicht bereits ein feuchtes und fusselfreies Tuch aus, um leichte Verschmutzungen zu lösen. Achten Sie dabei darauf, nicht zu sehr auf dem Leder zu reiben, da sonst Abnutzungsflecken entstehen können. Zudem sollte der Schmutz zur Fleckmitte abgetragen werden.

Einige Hausfrauen schwören dagegen darauf, Lederwaren in die Waschmaschine zu stecken. Dabei jedoch nur unter Verwendung von Feinwaschmittel mit einem kleinen Zusatz von Essig. Zudem soll nur kalt gewaschen werden und im Anschluss nur leicht bis gar nicht geschleudert und im Liegen getrocknet werden. Falls Ihnen dies zu Heikel ist, empfehlen wir Ihnen das Lederstück in die Reinigung zu geben.

Worauf Sie jedoch unbedingt achten sollten

Achten Sie darauf Ihr Leder-Produkt vor Hitzequellen fernzuhalten, da dieses sonst austrocknen kann. Kunstleder kann in extremen Fällen sogar stark brennen und schmelzen. Auch auf Sonneneinstrahlung reagiert echtes Leder anfällig, ähnlich wie die Haut eines Menschen.

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